SOTO: Microregulator Stove

SOTO Microregulator Stove Test

Manch einer wird sicher denken dass in einem gewöhnlichen Aufschraubkocher kaum noch Potential für Verbesserungen steckt, und man nichts mehr entwickeln kann. Eines Besseren belehrt einen wieder einmal die japanische Firma SOTO mit dem Micro Regulator Stove, warum genau, sagen wir euch im Kocher-Test.

Jeder der schon mit einem normalen Gaskocher unterwegs war kennt das Problem. Bei tieferen Außentemperaturen oder fast leerer Gaskartusche lässt nicht nur im Test die Leistung eines normalen Kochers rasch nach.

Erklären kann man dies mit den physikalischen Eigenschaften von den verwendeten Brennstoffen Butan und Propan. Butan, welches den Hauptanteil der verwendeten Gasmischungen ausmacht, hat eine Siedepunkt von -0,5°C. Kühlt sich das Gas auf diese Temperatur ab, verdampft es nicht mehr, und steht nicht mehr für eine Verbrennung zu Verfügung. Aus diesem Grund mischt man Propan bei, welches einen Siedepunkt von -42°C besitzt. Dadurch erreicht man eine tiefere Betriebstemperatur. Leider entmischt sich Propan/Butan beim Kocherbetrieb in kalter Umgebung wieder etwas. Das Mischungsverhältnis wird damit wieder ungünstiger.

Außerdem kühlt sich die Gaskartusche im Kocherbetrieb sehr stark ab, da für den Übergang von flüssiger Phase in die Gasphase Energie benötigt wird.

Das alles führt letztendlich dazu dass die meisten Aufschraubkocher bei Temperaturen um die 5°C nur sehr wenig Leistung entwickelt.

Anders beim Soto Micro Regulator Stove. Durch ein integriertes Ventil, welches sich bei sinkendem Gasdruck öffnet, und dadurch den Durchfluss erhöht, steht immer eine möglichst konstante Gasmenge zur Verbrennung zur Verfügung. Bei hohem Gasdruck wird der Soto folglich gedrosselt, und brennt nie mit der Leistung die er eigentlich könnte.

Überlisten kann auch der SOTO die Physik im Test nicht. Aus eigener Erfahrung und vielen Kocher-Tests kann ich allerdings sagen, dass der Kocher bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch ordentlich brennt, während anderen Kochern nur noch ein Flämmchen zu entlocken ist. Auch kündigt sich eine leere Kartusche nicht wie gewohnt mit nachlassender Leistung an. Der Micro Regulator feuert einfach mit gleicher Leitung und geht dann plötzlich aus. Das Mehr was an Technik in dem SOTO Micro Regulator Stove steckt, erklärt sicher auch den hohen Preis, welcher manchen sicher vom Kauf abgehalten hat.

Die Verarbeitung ist Soto-typisch auf sehr hohem Niveau. Die Titan Topfauflagen arretieren sehr einfach und bieten selbst größeren Töpfen einen stabilen Stand. Wie schon beim Muka verwendet der Micro Regulator einen ähnlichen Brennerkopf, welcher eine sehr schön breite, gleichmäßige Flamme erzeugt und angenehme 3200 Watt leistet. Damit kocht 1 Liter Wasser in etwa 4 min. Die Feineinstellung funktioniert hervoragend.

Besonders hervorzuheben ist der Piezozünder. Dieser ist, im Gegensatz zu vielen anderen Kochern nicht außen angebracht, sondern im Inneren verbaut. So ist eine Beschädigung z.B. der Keramikisolierung ausgeschlossen.

Fazit

Hat man den Kocher einmal beim testen in Aktion gesehen, steigt der persönliche Haben-Will-Faktor mit Sicherheit deutlich an, den Kocher in die bestehende Sammlung zu integrieren. Mittlerweile konnte ich den Kocher während der letzten Monate auf verschiedenen Touren testen und bin seitdem vollends begeistert.

Die technischen Daten im Überblick

  • Gewicht: 73g
  • Maße: 9.6 x 9.4 x 8.6cm
  • Packmaß: 5.2 x 5.2 x 8.1cm
  • Output: 2800 kcal/h, 3260 W, 11000 BTU
  • Brenndauer: ca. 1.5Stunden mit 250g Kartusche
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