MSR: Reactor Stove

MSR Reactor Stove

Der Reactor Stove von MSR kombiniert nun die unkomplizierte Handhabung und den niedrigen Wartungsaufwand eines Gaskochers mit der Leistungsfähigkeit eines Benzinkochers. Das Herzstück des Kochers ist sein zum Patent angemeldeter Strahlungsbrenner, welcher wohl auch für die Namensgebung verantwortlich war. Ein interner Regulator gleicht den Brennstoffdruck aus und sorgt so bei kälteren Wetterlagen, in großer Höhe und auch bei niedrigerem Füllstand der Kartusche für eine konstante Leistung.

Dank eines den Strahlungsbrenner vollständig umschließenden Wärmetauschers, der gleichzeitig als Windschutz fungiert und eines direkt auf den Kocher aufzusetzenden Topfes mit zusätzlichem Wärmetauscher am Boden, geht kaum Wärme verloren und der Kocher heizt mit solcher Wucht, dass Wasser in weniger als drei Minuten kocht.

Selbst wenn die Temperaturen in den Minus-Bereich sinken und der Höhenmesser gefährlich nah ans Ende seiner Skala kommt, ist der lebensnotwendige Frühstückstee gesichert. Neben der Brennleistung beeindruckt vor allem die Effizienz des Reactor. Im Vergleich zu anderen Hochleistungsgaskochern ist der Gasverbrauch ungewöhnlich niedrig. Sowohl Kocher als auch Kartusche können im hartanodisierten Kochtopf transportiert werden. Wenn dessen Fassungsvermögen von 1,7 Litern nicht ausreicht, kann er durch einen kompatiblen 2,5 Liter Topf ersetzt werden, den MSR ebenfalls im Programm hat. Hier ist es wichtig zu wissen, dass ausschließlich die von MSR gefertigten kompatiblen Töpfe verwendbar sind, da der Brennerkopf stark nach oben gewölbt ist, so dass sich normale Töpfe nicht nutzen lassen.

Als ein Nachteil könnte sich die relativ geringe Standfestigkeit des Reactor erweisen. Da Kocher und Kochtopf auf der Kartusche angebracht sind, steht er nicht so stabil wie die meisten Benzinkocher oder Gaskocher, die in einem dreibeinigen Gestell montiert sind und über eine Schlauchverbindung an die Kartusche angeschlossen werden. Allerdings stand wohl auch hier die Leistung des Kochers im Zentrum der Überlegung, da das Gas bei diesem Modell von der Kartusche direkt in den Kocher strömen kann und nicht zusätzlich auf dem längeren Weg durch den Schlauch abgekühlt wird. In Anbetracht der sehr guten Leistung des Reactor ist man daher geneigt, beim Umrühren etwas sorgsamer zu Werke zu gehen.

Darüber hinaus ist zu erwähnen, dass der Reactor ein Problem nicht löst: die Abhängigkeit von Gaskartuschen. Da es diese aber in jeder größeren Stadt zu kaufen gibt, ist dies lediglich eine Frage der Planung. Der Reactor ist vor allem für Bergtouren interessant. Wenn also mal wieder eine Zentralasienquerung ansteht, kann man nach wie vor auf den guten alten Spirituskocher zurückgreifen. Abschließend ist zu sagen, dass die enorme Brennleistung im Praxistest auch die letzten Zweifler überzeugen sollte. Obwohl die Flamme ähnlich laut brannte wie bei einem Benzinkocher, bietet sowohl das Entfallen des Vorheizens, als auch der regelmäßigen Wartung einen erheblichen Vorteil.
Mit dem Reactor hat MSR somit im Bereich eher vertikal konzipierter Trekking-Touren eine ernst zu nehmende Alternative zu Benzinkochern geliefert.

Vorteile

Funktioniert auch mit den 1,7- und 2,5-Liter-Töpfen
Integrierter, 100%iger Windschutz
Super schnell! Anderthalb Minuten um 0,5 Liter Wasser zum Kochen zu bringen
Effizient im Verbrauch: Nur 4 Gramm Gas um 0,5l Wasser zum Kochen zu bringen
Funktioniert auch im Winter sehr gut und effizient im Verbrauch

Nachteile

Deckel und Griff werden recht heiß, Vorsicht beim Anfassen!
Nur MSR-Reactor-Töpfe können benutzt werden

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