Kaufberatung: Stirnlampen

Kaufberatung Stirnlampen

Moderne Stirnlampen gibt es in allen erdenklichen Formen, von winzigen Notfall-Lampen bis zu regelrechten Hochleistungs-Scheinwerfern. Unsere Kaufberatung erklärt die Unterschiede – so findet jeder die richtige Lampe für seinen Einsatzzweck.

Nur eine Hand frei, ein schummrig flackernder Lichtkegel, der ständig von seinem Ziel abwandert – “Wie Sie sehen, sehen Sie nicht viel” – war vor einigen Jahren noch die Devise, als Taschenlampen die vorherrschende Lichtquelle im Outdoorbereich waren. Doch dann brachte Petzl die Stirnlampe “Zoom” auf den Markt. Mittlerweile legendär, war die nach heutigen Standards recht rustikale Stirnlampe mit einer “normalen” Glühbirne und einer schweren und relativ schnell leer gesaugten Blockbatterie ausgestattet – Ersatzlampe inklusive im Gummirevers. Trotz alledem waren die Vorteile einer Lampe am Kopf schnell erkannt: Beide Hände bleiben frei und das Licht folgt den Bewegungen des Kopfes – und ist somit immer dort, wo man es braucht.

Inzwischen sind einige Jahre vergangen und die Technologie ist entsprechend vorangeschritten. Leistungsfähige LEDs (Light Emitting Diodes) haben wegen ihrer extrem langen Haltbarkeit und ihres niedrigen Energieverbrauchs die klassische Glühbirne bei Stirnlampen als Leuchtmittel weitgehend ersetzt. Die Laufzeit von Batterien und Akkus hat um ein Vielfaches zugenommen und kleiner und leichter sind die Lampen auch geworden.

Mit einer modernen Stirnlampe ist man für seine Outdoor-Aktivitäten kaum mehr an Tageslicht gebunden. Die Palette ist vielfältig, mit spezialisierten Stirnlampen für alle möglichen Einsätze. Doch welche Unterschiede gibt es überhaupt, und welche Lampe ist für mich die Richtige?

Stirnlampen-Kategorien

Stirnlampen lassen sich grob in drei verschiedene Kategorien einteilen. Die Übergänge sind hier mittlerweile fließend. Es muss für die jeweilige Aktivität bzw. deren Bedürfnisse die richtige Mischung aus Leistung, Gewicht und Einstellungsmöglichkeiten gefunden werden:

Kategorie 1: Hochleistungs-Stirnlampe

Leuchtweite über 100 Meter
mindestens 300 Lumen Lichtstrom
speziell kalibrierte Reflektoren, um das Licht entsprechend zu streuen oder zu bündeln
ausgefeilte elektronische Steuerung, unter anderem zur Helligkeitseinstellung und Akkuüberwachung
Hochleistungs-Akku (oft aufgrund des Gewichts abnehmbar)
drei Bänder, um die (oft etwas schwerere) Stirnlampe zuverlässig auf dem Kopf zu fixieren
typisches Beispiel: Petzl Ultra
Einsatz: Bergrettung, Expeditionen und ähnliche professionelle Anwendungen.

Kategorie B: Leistungsfähige Allround-Stirnlampe

Leuchtweite über 80 Meter
mindestens 100 Lumen Lichtstrom
Reflektoren, um das Licht entsprechend zu streuen oder zu bündeln
einfache elektronische Steuerung, etwa zur Helligkeitseinstellung
wahlweise mit handelsüblichen Batterien oder Akku zu betreiben
typisches Beispiel: Petzl Myo RXP 2
Einsatz: Wandern, Trekking, Joggen, Bergsteigen, Klettern, Abstieg, ähnliche Sportarten

Kategorie C: Kompakt-Stirnlampe

Diese Kategorie besitzt unter Umständen verschiedene Helligkeitsstufen
leichte und kompakte Bauweise mit kleinem Packmaß und geringem Gewicht
meist nur ein schmales, elastisches Band zur Fixierung am Kopf
oft mit handelsüblichen Batterien zu betreiben, teils auch mit Akku
typisches Beispiel: Black Diamond Gizmo
Einsatz: im Alltag, beim langsamen Gehen im ungefährlichen Gelände, zum Auf- und Abbau vom Zelt, beim Kochen, beim Lesen, als Notfall-Lampe im Auto, etc.

Glühbirnen, Dioden, LED-Lampe – und was sind überhaupt Lumen?

In Taschenlampen und den frühen Stirnlampen waren Glühbirnen und zum Teil auch Halogenglühbirnen das gängige Leuchtmittel, doch mittlerweile haben LEDs sie fast völlig ersetzt. LEDs sind leicht, klein und halten extrem lange – damit eignen sie sich perfekt für die kompakten Stirnlampen der Kategorien B und C, und sind oft auch hell genug für die meisten Lampen der höchsten Kategorie A. Lediglich Hochleistungs-Stirnlampen wie die Petzl Duo LED 14 Accu sind zusätzlich mit einer Halogen-Birne ausgestattet, für einen besonders hellen und präzisen Lichtstrahl mit großer Reichweite. Die Helligkeit der Leuchtmittel, auch Lichtstrom genannt, wird in Lumen (lm) gemessen und von den meisten Herstellern angegeben. Das Maß bezeichnet die pro Sekunde abgestrahlte Leistung im Wellenbereich des sichtbaren Lichts; dabei entsprechen 300 Lumen ungefähr einer herkömmlichen 35-Watt-Glühbirne.

Beim Kauf einer Stirnlampe ist es ratsam, nicht nur auf die Lumen und den Leuchtmitteltyp zu schauen, sondern auch auf die Einstellungsmöglichkeiten und Features. Am nützlichsten sind verschiedene Helligkeitsstufen. In der Praxis haben sich drei verschiedene Stufen als Minimum bewährt; mit den schwächeren Modi lässt sich die Laufzeit deutlich verlängern, ohne beim Lesen und Ähnlichem auf Licht verzichten zu müssen.

Kleine Computer: Die Stirnlampen von heute

Sinnvoll ist auch eine elektronische Regelung, die je nach Batteriestand die Leistung der Stirnlampe drosselt – so steht man nicht schlagartig im Dunklen, wenn der Saft zur Neige geht. Zudem sind manche Lampen mit verstellbaren Linsen/Reflektoren ausgestattet, die das Licht entweder zu einem schmalen und hellen Kegel fokussieren, oder es für eine großflächige Beleuchtung auf geringer Distanz streuen. Je nach Hersteller und Modell gibt es noch weitere praktische Features, die in den richtigen Umständen besonders willkommen sind: Große Schalter und Knöpfe zur Bedienung mit Handschuhen oder ein schwenkbarer Leuchtkörper, um den Lichtkegel zielgenau auszurichten, dimmbares Licht oder sich von selbst anpassendes Licht, USB-Ladebuchsen und vieles mehr. Die Petzl Tikka R+ ist eine dieser modernen Alleskönner.

Die Energieversorgung – das Herz der Stirnlampe

Akkus werden immer populärer und sind vor allem bei den hochpreisigeren Modellen inzwischen üblich. Wer sich für eine Stirnlampe der Kategorie A entscheidet, erhält dazu normalerweise Ladegerät und Akku gleich inklusive. Hilfreich ist hier ein 12V-Adapter, damit man auch unterwegs im Auto den Akku wieder volltanken kann.

Bei Akkus gilt es dreierlei zu beachten: Beschaffenheit, Kompatibilität (wenn nicht mitgeliefert) und Laufzeit (= Leuchtdauer, von den Herstellern in der Regel großzügig auf niedrigster Stufe berechnet). NiCd- (Nickel- Cadmium) und NiMH- (Nickel Metallhydrid) Akkus sind die gängigsten; Lithium-Akkus haben ein niedriges Gewicht und funktionieren vor allem bei niedrigeren Temperaturen noch gut – gerade im Hochgebirge oder bei Winterexpeditionen ein großes Plus. Hier ist auch ein abnehmbares Batteriefach von Vorteil, weil es unter der Kleidung getragen werden kann, um den Akku warm zu halten.

Wer eine Stirnlampe der Kategorie A oder B wählt, kann sie meistens auch alternativ mit Batterien betreiben, wenn der Akku leer ist oder es keine Lademöglichkeit gibt; bei Kategorie C sind Einwegbatterien die Regel. Dabei ist es sinnvoll, darauf zu achten, welche Batterien in die Stirnlampe passen: Gängige Standards wie AAA, AA oder C sind am vorteilhaftesten, da sie günstig und leicht erhältlich sind. Wer ein Umweltfreund und Naturliebhaber ist, der ersetzt seine Einwegakkus natürlich mit hochwertigen Akkus. Spart Müll, Stress und hilft der Natur, in der man so gern unterwegs ist.

Tipp: Die Notfall-Stirnlampe

Sich ungeplant nach Einbruch der Dunkelheit den Berg hinunter zu tasten, ist kein Spaß. Vor allem abseits frequentierter Wege sollte deshalb auch auf kleinen Touren eine Notfall-Lampe in den Rucksack. Unsere Empfehlung: Die Petzl e+LITE Stirnlampe. Mit ihrem winzigen Packmaß und Federgewicht von 27 Gramm passt sie locker in jede Tasche oder Rucksack und spendet im Notfall bis zu 45 Stunden lang Licht oder sendet das Notfallsignal.

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